Klage gegen Raiffeisenbank  und Prospektverantwortliche eingereicht

 

Eine anlagegerechte Beratung im Bereich geschlossener Schifffonds setzt mindestens voraus, dass sich der Anlageberater mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation des Schiffes auseinandersetzt. Wie wenig ernst manche Bankberater und andere Anlagerberater diese Pflicht nehmen, zeigt der Fall des Schifffonds MS „Vega Spinell“.

Unser Mandant und wahrscheinlich ein Großteil der anderen Anleger ist dem Schiffsfonds MS „Vega Spinell“ erst beigetreten, nachdem das Schiff bereits eine kostenträchtige Überführungsreise von der Werft in Asien nach Europa angetreten war. Die Reise war notwendig geworden, da sich in Asien kein adäquater Charterer fand. Diese Reise verursachte enorme Kosten und führte dazu, dass den Fondsanlegern im Beitrittsjahr keine Ausschüttungen gezahlt werden konnten. Im Prospekt war von der Überführungsreise keine Rede. Stattdessen sollte das Schiff bereits seit Wochen fest verchartert sein. Der Prospekt war somit klar überholt. Das hätte die Bank erkennen müssen. Die Fondsgesellschaft hatte es außerdem versäumt den Prospekt zu korrigieren und einen sog. Prospektnachtrag zu verfassen.

Die Konsequenz aus diesen Versäumnissen: Die Bank und die Prospektverantwortlichen haften nach unserer Rechtsauffassung auf Schadensersatz. In der Praxis bedeutet dies: Rückabwicklung.

Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig ein Prospektnachtrag ist. Die Branche hat sich häufig wegen des guten Verkaufserfolgs bei diesen Fonds auf faule Kompromisse eingelassen. Die Rechnung kommt aber jetzt.

Klage ist eingereicht. Wir werden in diesem Blog weiter zeitnah berichten.