Wie erwartet platzte der Termin vor dem BGH in Sachen XI ZR 180/15 (Streit um treuwidrige Ausübung eines Verbraucherwiderrufsrechts).
In der Pressenotiz des BGH vom heutigen Tag heißt es, die Parteien hätten sich außergerichtlich geeinigt.

Diese Entwicklung kam nicht überraschend, hatte es doch auch in der Vergangenheit Fälle gegeben, in denen die Bank zunächst auf die Zermürbungstaktik setzte und dann aber doch in Erwartung eines für sie nachteiligen höchstrichterlichen Urteils dem Kläger ein Angebot unterbreitet und eine außergerichtliche Einigung herbeiführt.

Wir hatten bereits in einer Pressemitteilung vom 3. November 2015 unsere Prognose dazu geäußert – und richtig gelegen.
Unsere rechtliche Einschätzung dazu von Dr. Jochen Strohmeyer, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht der mzs Rechtsanwälte in Düsseldorf: „Der Bundesgerichtshof hätte die Verwirkung voraussichtlich verneint und somit die Bank verurteilt, den Widerruf anzuerkennen. Um ein solches höchstrichterliches Urteil zu vermeiden und um nicht vor dem BGH zu verlieren, bleibt für die Bank nur die Option, dem Kläger ein gutes Angebot zu machen, damit er seine Revision zurücknimmt. Auch wenn dies bedeutet, auf gutes Geld zu verzichten: Die Bank ist eingeknickt.“