Durch Imtech-Insolvenz droht dem Immobilienfonds Substanzwerte Deutschland 7 eine ungewisse Zukunft.

Nach den rechtlichen und finanziellen Problemen, die das zentrale Investitionsobjekt des Immobilienfonds „Hannover Leasing Wachstumswerte III GmbH & Co. KG“ (HL 193) den Anlegern beschert hat, droht nun neues Ungemach.
Der Alleinmieter der Immobilie des Hannover Leasing Fonds Substanzwerte Deutschland 7 in Frankfurt ist insolvent: Die Imtech Deutschland GmbH & Co. KG. Sie hat am 6. August 2015 Insolvenz angemeldet, nachdem schon 2013 finanzielle Schwierigkeiten bekannt wurden. Damals geriet die Imtech in die Schlagzeilen, weil ihrem Management Betrug in Deutschland und Polen vorgeworfen wurde. Mittlerweile ermitteln drei Staatsanwaltschaften wegen unterschiedlicher Delikte gegen ehemalige Mitarbeiter der Firma, wie die Zeit schreibt.
Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der zumindest zweifelhaften Geschäftspraktiken von Imtech teilt die Hannover Leasing mit, dass „bislang stets von einer Fortführung des Geschäftsbetriebs auszugehen“ war. Schließlich seien bisher alle Mieten bezahlt worden, auch die Augustmiete. Doch schon im September, wenn der Insolvenzverwalter seine Hand über die Konten hält, könnte das aus Gründen der Liquiditätsschonung ein Ende haben.
Eine kurzfristige Sanierung des Imtech-Konzerns scheint bei dieser enormen Schlagseite unwahrscheinlich, zumal schon seit mehreren Jahren die Versuche einer Restrukturierung zu verzeichnen sind.

Aufbau des Immobilienfonds
Der Fonds Substanzwerte Deutschland 7 wurde von der Hannover Leasing 2011 mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 64 Millionen Euro auf den Markt gebracht. Rund 30 Millionen Euro wurden über die Deutsche Hypo, ein Tochter der Nord LB, finanziert. Bisher wurden Ausschüttungen in Höhe von 15 Prozent ihres jeweiligen Nominalkapitals an die rund 750 Anleger ausgezahlt.

Welche Zukunft hat der Fonds?
Wird Imtech an ein Unternehmen verkauft, das die Verpflichtungen an dem Fonds mitsamt des Mietvertrags übernimmt, wird der neue Eigentümer auch über die Zukunft des Fonds entscheiden. Er könnte beispielsweise die Konditionen des Mietvertrags neu verhandeln.
Imtech könnte aber ebenso innerhalb einer dreimonatigen Frist nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens den bestehenden Mietvertrag kündigen und ein neuer Mieter muss gefunden werden. Bleiben nämlich die Mietzahlungen zwei Monate aus, kann auch die Fondsgesellschaft kündigen. Hannover Leasing informierte währenddessen in einem Rundschreiben die Anleger darüber, dass bereits nach einem Nachfolgemieter gesucht werde.
Doch es gibt noch eine dritte Variable beim Ausmalen der Zukunftsszenarien: die Bank. Kann die Finanzierung nicht mehr bedient werden, hat die Deutsche Hypo zwei Möglichkeiten: Sie kann zusätzliche Sicherheit verlangen oder auch den Kredit fällig stellen.
Die Bank wird vermutlich aber zunächst abwarten, ob ein neuer Mietvertrag eine für sie günstigere Verzinsung als die derzeitigen 4,6 % bietet. Auch hier wartet auf die Anleger weitere Unsicherheit, denn die Höhe der Verzinsung wird sich vermutlich auch auf die Ausschüttung des Fonds auswirken.

Fazit:

Anleger, die in den Hannover Leasing Fonds Substanzwerte Deutschland 7 investiert haben, sollten nun prüfen lassen, ob sie Anspruch auf Schadensersatz erheben können, weil sie über diese Risiken nicht oder nicht vollständig aufgeklärt wurden.
Ein Ausstieg aus der Fondsanlage ist ebenso unmöglich, wenn Sie von Ihrem Finanzberater oder Anlagenvermittler nicht ausreichend über an die beratende Bank geflossenen Provisionen aufgeklärt worden oder der Emissionsprospekt fehlerhafte Angaben enthält, die Schadensersatzansprüche begründen können.
Trifft eine oder mehrere dieser Beratungsfehler zu, gibt es Chancen, aus der Fondsanlage schadlos auszusteigen – bestenfalls unter Beteiligung Ihrer Rechtsschutzversicherung.